Dem Mönch Berthold aus dem Kloster Mittelzell auf der Insel Reichenau, gegründet zu karolingischer Zeit und aufgrund der Buchmalerei aus ottonischer Zeit (10./11. Jahrhundert) von europäischem Rang, verdanken wir die Kenntnis über die im Kampf gefallenen und in den Klosterannalen erwähnten Burchard und Wezil: „Burchardus et Wezil de Zolorin occiduntur“.
War es ein Zweikampf, ein Duell, war es eine kriegerische Auseinandersetzung mit den zahllosen Gegnern, mit denen ein junges aufstrebendes Geschlecht zu kämpfen hatte, um sein Besitztum zu wahren? Auf jeden Fall muss es einen dritten Bruder oder Verwandten gegeben haben, jenen Friedrich (I.) von Zollern, der urkundlich 1085 bis 1115 erwähnt wird, 1111 mit dem Grafentitel erscheint und 1125 stirbt. Woher sie kamen, um den steil aufragenden Berg am Rande der Schwäbischen Alb als Sitz
ihres Geschlechts mit einer Burg zu bebauen oder ein schon vorhandenes Kastell zu bewohnen, wissen wir nicht. Vermutungen, dass sie aus dem niederländischen Hennegau oder aus dem Prätigau im heutigen Graubünden in der Schweiz stammen, sind nicht bestätigt. Auf jeden Fall haben sie den weit ins Land aufragenden und gut zu verteidigenden Berg, den Zoller, als Sitz erwählt und sich als erstes schwäbisches Geschlecht nach ihm benannt.
Zwei andere große Geschlechter hatten sich im schwäbisch-alemannischen Raum niedergelassen, die Staufer, wenig später Hohenstaufer, am Nordtrauf der Schwäbischen Alb und die Habsburger mit ihrer Burg im Kanton Aargau. Wichtig für die Ortswahl war sicherlich die Nähe zu den Kaisern und ihren Pfalzen, wie beispielsweise in Wimpfen oder Gelnhausen. Während die Staufer mit Konrad III. im Jahre 1138, die Habsburger mit Rudolf I. 1273, bzw. Albrecht II. 1438 zur deutschen Königs- und Kaiserwürde aufstiegen, hat es bei den Hohenzollern bis 1871 gedauert, das Jahr, in dem der preußische König Wilhelm I. in Versailles zum deutschen Kaiser proklamiert wurde.
Schon von frühester Jugend an war der Anblick des Hohenzollerns für mich – und das hat bis heute angehalten – ein fundamentales Erlebnis. Wenn ich mit meinen Eltern von Sigmaringen nach Hechingen fuhr, war es wie die Erfüllung eines Traums, wenn hinter den Bergen bei Starzeln die Türme und Zinnen der Burg auftauchten, das Märchenschloss, die Gralsburg, die unseren Namen oder wir den ihrigen trugen.
Ähnlich muss es dem jungen, romantisch-schwärmerisch veranlagten Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen 1819 ergangen sein, als er das erste Mal die Burgruine liegen sah. Er soll sich niedergekniet haben und in Tränen ausgebrochen sein, das Stammschloss der Hohenzollern in so einem ruinösen Zustand zu sehen.
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