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Leseprobe Rubrik: SeeSicht

Labhards Insidertipps

365 Tage …
… hat das Jahr – auch am Bodensee! Dass man am See das ganze Jahr über glücklich werden kann und nicht nur, wenn
im Hochsommer die Sonne scheint, wollen wir Ihnen mit unseren diesjährigen Insidertipps beweisen.

Müßiggang ist der Seele Feind …

… deshalb sollten die Brüder zu bestimmten Zeiten mit Handarbeit, zu bestimmten Stunden mit heiliger Lesung beschäftigt sein (aus Kap. 48 der Ordensregel des heiligen Benedikt). Die Mönche des Benediktinerklosters St.Gallen befolgten diese Ordensregel seit 747 in der abteieigenen Bibliothek. Die Stiftsbibliothek, seine Erbauer nannten sie auch „Seelenapotheke“, ist die älteste Bibliothek der Schweiz und gleichzeitig eine der größten und ältesten Klosterbibliotheken der Welt. In andächtiger Ruhe werden zahlreiche grundlegende Werke der europäischen Geistesgeschichte und kostbare Originalhandschriften aufbewahrt. Über 400 Bände sind mehr als 1.000 Jahre alt! Zusammen mit dem Klosterviertel St.Gallens wurde die Stiftsbibliothek deshalb 1983 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Sie dient heute als Museum und wissenschaftliche Leihbibliothek mit einem beeindruckenden Fundus an historischen Werken. Hauptanziehungspunkt für Besucher ist der prunkvolle Barocksaal der Renaissance-Bibliothek mit seinen üppig stuckverzierten Decken, welche bis 1767 von Künstlern aus der Bodenseeregion ausgestattet wurden. Der Besucher schlüpft beim Betreten des Barocksaals in spezielle Filzüberschuhe, um den Boden nicht unnötig zu strapazieren. Dann fühlt er sich zurückversetzt in eine vergangene Zeit, in der Bücher noch von Hand geschrieben und wohl gehütet wurden. Und mit ein wenig Fantasie kann man sich den Mönch vorstellen, wie er an einem der Schreibpulte am Fenster arbeitete.
www.stiftsbibliothek.ch
Sascha Schwarzkopf

Tüfteln, werkeln, bestaunen … Kids aufgepasst!

Ihr interessiert Euch für Technik und Natur? Ihr macht gerne Experimente? Dann seid ihr in der „inatura“ in Dornbirn genau richtig! Die inatura ist ein besonderes Naturmuseum für clevere Kids. Hier erfährt man nicht nur allerlei Wissenswertes über Tiere und Pflanzen durch die vielen ausgestellten Tier- und Pflanzenpräparate, Fossilien und Mineralien, sondern ihr könnt euch auch in der so genannten „Science Zone“ mit physikalischen, technischen und mechanischen Phänomenen spielerisch beschäftigen. Mit Hilfe von richtigen Technikern bekommt ihr einen
Einblick in die faszinierende Welt der Technik. In Sonderausstellungen könnt ihr verschiedene Naturereignisse mit 3D-Filmen, Spielen und Präparaten mit allen Sinnen erleben. Ein Besuch in der „inatura“ wird ganz bestimmt zu einem richtigen Erlebnis.
www.inatura.at
Nathalie Peter

Städtisches Museum Überlingen


Wer in die Geschichte der einstigen freien Reichsstadt Überlingen eintauchen möchte, ist hier genau richtig. Das Überlinger Museum bietet in seinen rund 30 Schauräumen eine Fülle an Kunst und Kulturgegenständen, Werke der Malerei und Plastik von der Gotik bis zum Klassizismus, Arbeitsgeräte aus vielen Berufsschichten sowie dem einst für Überlingen so bedeutenden Kornhandel und Weinbau. Mobiliar und Gebrauchsgegenstände aus vielen Epochen sind sehenswerte Zeitzeugen der bewegten ehemaligen Reichsstadt. Eine der Hauptattraktionen sind die drei Statuen von Joseph Anton Feuchtmayer sowie die Schnitzereien der Brüder Zürn. Insgesamt 55 Puppenstuben von der Renaissance bis zum Jugendstil aus verschiedenen Jahrhunderten bieten dem Besucher einen Einblick in die
Arbeits- und Lebensweise aus früheren Jahrhunderten. Eine große Ausstellung von Krippen zeigt die Höhepunkte der Weihnachts- und Passionsgeschichte. Überlinger Trachten, Schwertletänzer und Narren veranschaulichen das lebendige Brauchtum der Stadt. Der von 1459 bis 1462 errichtete einstige Palast der Reichlin von Meldegg und späterer Patriziergeschlechter, ist ein architektonisches Highlight aus drei Epochen und vereint Stilelemente von Gotik, Renaissance und Barock in einem Bauwerk. Einen krönenden Abschluss des Museumsbesuchs bietet der Museumsgarten mit einer fantastischen Aussicht auf die Altstadt und den See.
www.museum-ueberlingen.de
Beate Laub


Glanzlichter am Kunsthimmel des internationalen Bodensees


Mit zwei herausragenden Messen, der Art Bodensee in Dornbirn und der ArtDesign Feldkirch wird augenscheinlich, welchen Stellenwert, neben den mittlerweile weltbekannten Ausstellungshäusern der Region, wie das Kunsthaus Bregenz, der Kunst im stetig wachsenden Kulturraum Bodensee beigemessen wird. Es sind Glanzlichter, die mehr und mehr international ausstrahlen und mittlerweile Menschen aus aller Welt an den Bodensee ziehen. Denn die Gegenwartskunst hier am Bodensee ist inzwischen mit bedeutenden Größen aus aller Welt vertreten. Die Art Bodensee präsentierte 2010 Kunst aus 6 Ländern, darunter Galerien aus New York, Barcelona und London und wird dies auch in diesem Jahr wiederholen. Klein aber fein ist die Devise dieser Messen. Nicht Quantität steht hier imVordergrund, sondern Qualität gepaart mit dem Gespür für eine ästhetische Präsentation zeitgenössischer Kunst und ausgefallener Designobjekte. Gerade der überschaubare Rahmen dieser Messen, macht sie zu Messen mit Persönlichkeit und persönlichen Kontakten. Sie schaffen im sensiblen Kunstbetrieb ein Forum, das Kunst- und Designschaffende, Vermittler und Kunden in freundlicher Atmosphäre zusammenbringt. Die Art Bodensee heißt ihre Gäste vom 22.–24. Juli 2011 auf dem Dornbirner Messegelände wieder willkommen und wird höchste Qualität und künstlerische Vielfalt bieten. Die ArtDesign Feldkirch, eine Messe für Kunst, Design und Mode, findet vom 4.–6. November 2011 im Montforthaus in Feldkirch statt. Wer sich ein echtes Kulturhighlight gönnen möchte, dem seien diese Glanzlichter empfohlen.
www.messedornbirn.at, www.feldkirch.at
Jasmin Hummel


Viele weitere Geheimtipps vom Team des Bodensee Magazins finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Seite 22 - 27, auch direkt hier online zu bestellen.

Leseprobe Rubrik: SeeKultur

Und was machst Du hier?

2010 realisierte der bekannte britische Künstler Antony Gormley sein „Horizon Field“ in den Bergen Vorarlbergs: Über 150 Quadratkilometer groß ist das „Feld“, in dem Gormley 100 lebensgroße Skulpturen in die herrliche Bergwelt platzierte. 

Antony Gormley zählt zu den einflussreichsten und spannendsten Bildhauern unserer Zeit. Im vergangenen Jahr realisierte der für seine Aufsehen erregenden Projekte („One & Other“ 2009) und Skulpturen (Angel of the North 1998) bekannte britische Künstler sein „Horizon Field“ in den Bergen Vorarlbergs in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz. Fünf Jahre dauerten die Vorbereitungen für die bislang größte Landschaftsinstallation in Österreich: Über 150 Quadratkilometer groß ist das „Feld“, in dem Gormley einhundert lebensgroße Skulpturen in die herrliche Bergwelt zwischen Mellau im Bregenzerwald und Lech am Arlberg platzierte. Die Skulpturen sind Abgüsse seines eigenen Körpers aus massivem Gusseisen. 640 Kilo beträgt das Gewicht eines solchen Eisenmannes. Sie alle stehen auf exakt 2.039 Meter über dem Meeresspiegel.

Das Projekt Menschheit
Kunst hat nach Gormleys Definition in seiner ursprünglichsten Form mit dem menschlichen Bedürfnis nach Kontinuität zu tun. Dem Bedürfnis den Ungeborenen ein Vermächtnis zu hinterlassen. Er sieht seine Kunst als einen Versuch, Fragen des menschlichen Überlebens zu stellen. Einen Ort für öffentliche Diskussionen zu gestalten in einer Umgebung, in der Kunst am wirkungsvollsten ist – in der Natur. Der britische Ausnahmekünstler möchte mit seiner monumentalen Installation zum Nachdenken anregen, Raum und Zeit schaffen innezuhalten, zu reflektieren: Wohin führt das „Projekt Menschheit“ – wer sind wir, was tun wir, wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

In einem Vortrag im Bregenzerwald zitierte er Jared Diamonds Buch „Kollaps – warum Gesellschaften überleben oder untergehen“: Was hat sich wohl der Mann auf den Osterinseln gedacht, als er den letzten Baum fällte? – vermutlich tat er einfach nur das, was er von seinen Vorvätern erlernt hatte … Gormley zufolge befinden wir uns heute in gewisser Weise in derselben Situation. In einer Zeit, in der Politik außerhalb der Medien- und Geschäftswelt nicht wiederzuerkennen ist, in einer Zeit, in der die Religion als Moralinstanz ihre Bedeutung verloren hat, sieht der britische Künstler es auch als Aufgabe der Kultur, altgediente Grundüberzeugungen zu hinterfragen und soziale Verantwortung zu übernehmen.  „Wir wissen dass bis zum Jahre 2040 neun Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben werden, und wir wissen, dass die Ressourcen für ungefähr zehn Milliarden reichen. Wir müssen uns ein paar ernsthafte Fragen stellen. Ich denke, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem wir als Spezies gefährlicher für uns selber und die gesamte Biosphäre sind, als irgendeine andere Gewalt“ (Antony Gormley, Au im Dezember 2010).

Antony Gormley
Antony Gormley wurde 1950 als jüngstes von sieben Kindern deutsch-irischer Eltern in Dewsbury Moor, West Yorkshire geboren. Er studierte Archäologie, Anthropologie sowie Kunstgeschichte in Cambridge (1968-1971) und verbrachte anschließend drei Jahre in Indien. Von 1974 bis 1979 schloss er in England sein Kunststudium an verschiedenen Universitäten ab. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Antony Gormley mit dem Bild des Menschen in der Skulptur anhand einer radikalen Untersuchung des Körpers als Ort von Erinnerung und Transformation, und zwar unter Verwendung seines eigenen Körpers als Subjekt, Werkzeug und Material. Ab 1990 hat er seine Auseinandersetzung mit dem Menschsein um die Erforschung des kollektiven Körpers erweitert sowie um die Beziehung zwischen dem Selbst und dem Anderen in groß angelegten Installationen wie etwa Allotment, Another Place, Critical Mass, Domain Field und Inside Australia. Seine Arbeit setzt sich zunehmend mit Energiesystemen, Feldern und Vektoren auseinander und rückt von der Betrachtung von Masse und abgegrenztem Volumen ab, wie etwa Another Singularity, Blind Light, Clearing und Firmament verdeutlichen. Gormleys One & Other, bestand aus 2400 Teilnehmern, die die Regionen Großbritanniens repräsentierten und an über 100 aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Stunde auf einem leeren Sockel inmitten des Londoner Trafalgar Square verbrachten. Antony Gormley erhielt 1994 den Turner Prize, 1999 den South Bank Prize for Visual Art und wurde 1997 mit dem Order of the British Empire (OBE) ausgezeichnet. Im Jahr 2007 erhielt er den Bernhard-Heiliger-Preis für Skulptur. Er ist Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects, des Trinity College, Cambridge, und des Jesus College, Cambridge, und ist seit 2003 Mitglied der Royal Academy of Arts.

Wer mehr über Horizon Field und den Künstler erfahren möchte findet Infos unter

www.antonygormley.com
www.kunsthaus-bregenz.at
www.vorarlberg.travel/horizonfield
oder www.youtube.com

Unser Tipp: unbedingt ansehen!

Leseprobe Rubrik: SeeGenuss

Winzer und Weine im Wandel

Den ersten Kontakt mit dem Seewein hatte ich vor über 15 Jahren, als ich anlässlich eines Betriebsausfluges mit Württemberger Kollegen in einer Besenwirtschaft zu Gast war.

Die Weine dort waren noch rustikaler als die Einrichtung und selbst die hart gesottenen schwäbischen Viertelesschlotzer rangen zunächst um Fassung. Wie sich zum Glück später herausstellte, war dieses Erlebnis schon damals nicht repräsentativ für die Bodenseeweine. Dennoch war qualitativ die kleine Weinwelt am See nicht überall in Ordnung. Die Winzer hatten mit einer zu frühen Alterung der Weißweine zu kämpfen. Erst allmählich wurde in Fachkreisen bekannt, dass dieses Phänomen auftritt, wenn Reben nicht ausreichend ernährt sind. Durch bedarfsgerechte Düngung und optimiertes Bodenmanagement wurde das Problem nach und nach behoben. Heute sind die Weine vom See wieder genauso lagerfähig wie in den 70er und 80er Jahren.

Wetter und Unwetter

Kaum war dieses Thema erledigt, stand bereits die nächste Herausforderung vor der Tür: Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Traubenreife immer früher einsetzt. Das ist natürlich sehr positiv, hat in Jahren mit feucht-warmer Witterung im Sommer aber einen Haken. Wenn die Nächte noch warm sind, können sich nämlich Schimmelpilze und in deren Folge Essigbakterien auf den Trauben ansiedeln und die Früchte verderben. Vor allem im Jahr 2006 zwang dieses Problem die Wimmler dazu, sämtliche Trauben von Hand zu verlesen. Da die Infektion sich rasend schnell ausbreitete, kam man nicht überall mit der Lese nach und die Trauben einiger Weinberge fielen komplett der Krankheit zum Opfer. Seit dieser Erfahrung werden in einem zusätzlichen Arbeitsgang die Blätter in Nähe der Trauben entfernt, damit diese nach einem Regen besser abtrocknen können. Dadurch werden Pilzinfektionen erschwert. Eine weitere Auswirkung zeigte der Klimawandel mit dem Hagelunwetter vom 26. Mai 2009. Glaubt man den Prognosen der Meteorologen, werden wir uns in Zukunft häufiger mit derartigen Extremen auseinandersetzen dürfen. Man muss den Bodenseewinzern ein großes Kompliment machen, dass sie Jahr für Jahr den Kampf darum aufnehmen, die Trauben ganz und gesund in den Keller zu bekommen. Nirgendwo erfordert das mehr Fachwissen und Einsatz als hier.

Wettstreit der Kellermeister

Auch in der Kellerwirtschaft blieb die Zeit nicht stehen. Eines der wichtigsten Ereignisse der letzten 10 Jahre war sicher die große „Kellermeister-Rochade“ in den Jahren 2002 und 2003: In dieser Zeit wurde die Spitalkellerei Konstanz an die Familien Böttcher und Düringer verpachtet, der Kellermeister des Markgrafen von Baden wechselte zum Winzerverein Hagnau, der Kellermeister dort zum Weingut Aufricht. Gleichzeitig gab es auch einen Stabwechsel in der Leitung des Staatsweingutes Meersburg. Auf einmal waren in fast allen wichtigen Weingütern und Erzeugergemeinschaften neue Leute in Schlüsselpositionen, die sich beweisen wollten. Der dadurch einsetzende sportliche Wettstreit um die Qualitätsführerschaft hob das Niveau der Bodenseeweine insgesamt deutlich an. Neben der Reinheit der Weine änderte sich aber auch die Stilistik. Zum einen nahm wegen des Rotweinbooms auch bei uns in der Region der Spätburgunderanteil deutlich zu. (Jetzt dürfte er seinen Höhepunkt erreicht haben.) Zum anderen geht der Trend von den ganz trockenen Gewächsen wieder etwas hin zu Weinen mit einer leichten, harmonischen Restsüße. Sehr positiv für alle Betriebe wirkt sich die Kollegialität und der Erfahrungsaustausch unter den Kellermeistern aus. Man kann sagen, dass das Verhältnis der Weinerzeuger zueinander dem Idealzustand schon nahe kommt.

BodenseeWein e. V.

In der Vermarktung der Weine und der Selbstdarstellung der deutschen Bodenseewinzer lag vor 10 Jahren noch einiges im Argen. Aktiv und geschlossen traten eigentlich nur die Erzeuger am bayerischen Bodensee auf, die einen eigenen Weinbauverein gegründet hatten. Ein Teil der Badener Winzer veranstaltete einmal im Jahr eine Weinpräsentation im neuen Schloss zu Meersburg. Der kleine Württemberger Bereich trat kaum in Erscheinung. Es gab trotz des Tourismus am See einige Betriebe mit Absatzproblemen, was zu unnötigen Preis- und Konditionskämpfen führte, die letzten Endes allen Weinvermarktern schadeten. Aus dieser Situation heraus erfolgte am 2. April 2003 die Gründung des „BodenseeWein e. V.“, einer Vereinigung (fast) aller deutschen Winzer vom See. Der Verein setzte sich zum Ziel, die vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft am See zu  erhalten und einen sanften Tourismus in Zusammenhang mit regionalen Produkten und Weinen zu fördern. In den Folgejahren wurde die badische Bodenseeweinpräsentation zur internationalen Bodenseeweinmesse ausgebaut. Zwischenzeitlich nehmen an der Messe auch Schaffhauser und Thurgauer Winzer teil. Dieses Jahr wird die Veranstaltung erstmalig im Dornier-Museum Friedrichshafen stattfinden, und zwar am 17. April von 11 bis 18 Uhr. Um die Bodenseeregion mit ihren Winzern und Weinen bekannter zu machen, wurde des weiteren der Bodensee-Weinführer, eine praktische Weinbroschüre mit den Adressen und Beschreibungen aller Mitgliedsbetriebe und einer jährlichen Auflage von 25.000 Exemplaren, zusammen mit der Homepage www.bodenseewein.de aus der Taufe gehoben. Seit dem Jahr 2005 veranstaltet der BodenseeWein e. V. den „Internationalen Müller-Thurgau-Wettbewerb“, an dem sich Erzeuger von Weinen dieser Rebsorte aus der ganzen Welt beteiligen. Zur Siegerehrung und der Vorstellung ihrer Weine kommen jährlich die besten Produzenten an den See. Auf diese Weise bringen die Seewinzer das Thema „Müller-Thurgau“ positiv besetzt in der Branche und in den Medien mit der Bodenseeregion in Verbindung.
Internationale Bodensee-Weinroute

Als nächstes, größeres Projekt steht die Etablierung eines internationalen Wein-Erlebnistourismus am Bodensee auf der Agenda. Zusammen mit dem Schaffhauser Blauburgunderland, den Branchenverbänden Thurgau Wein und St. Galler Wein und der IBT will der BodenseeWein e. V. die weintouristischen Aktivitäten und Angebote rund um den See bündeln, aufeinander abstimmen und neue kreieren. Das Ganze soll entlang einer internationalen Bodensee-Weinroute geschehen. Die Vorverhandlungen stehen bereits unmittelbar vor dem Abschluss. Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich die Bodensee-Winzer nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern vorausschauend, engagiert und professionell daran arbeiten, den Weingenießern von nah und fern etwas ganz Besonderes zu bieten: Das Erleben unvergleichlicher Weine in und aus einer einzigartigen Landschaft.

Jürgen Dietrich
Direktor Staatsweingut Meersburg und 1. Vorsitzender des BodenseeWein e. V.

Leseprobe Rubrik: BodenseeMobil

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Unter diesem Motto bietet die Bodenseeregion Urlaubserlebnisse, die in ihrer Vielfalt einzigartig sind: Zeppelin und Dornier Museum, Zeppelinflüge, Bodenseeschifffahrt, Bergbahnen, Oldtimer u.v.m.


Die Schiffe zum See
Kern von BodenseeMobil ist die internationale Bodenseeschifffahrt mit ihren zahlreichen Kursangeboten sowie den Sonderfahrten kreuz und quer über den See. Dazu gehören auch die schnelle Katamaranverbindung Konstanz–Friedrichshafen oder die Fähren Konstanz–Meersburg und Friedrichshafen–Romanshorn. Mit der neuen Fähre Lodi (italienische Partnerstadt von Konstanz) und der trendigen MS Überlingen kann modernster und umweltfreundlicher Schiffsbau erlebt werden. In Bregenz ist das größte Schiff am Bodensee, die Sonnenkönigin aus Österreich stationiert, ein Eventschiff der Extraklasse und fast schon so etwas wie eine Designikone des modernen Schiffbaus.

Historische Schifffahrt
Die historische Schifffahrt auf dem Bodensee ist mit dem 1990 restaurierten Dampfschiff Hohentwiel noch erlebbar. Strahlend weiße Sonnensegel, poliertes Messing, spiegelndes Mahagoni, Teak und Kirschbaumholz. Das laut Fachpresse „am besten restaurierte Dampfschiff Europas“ versinnbildlicht die Handwerkskunst einer ganzen Epoche. Meisterwerke des Jugendstils in jedem Detail. Die originalgetreue Restaurierung erinnert an seine glanzvollen und luxuriösen Zeiten als Halbsalondampfer. Von April bis Oktober bietet die Hohentwiel ein variantenreiches offizielles Programm. Rundfahrten, Gourmetfahrten, Fahrten mit Lesungen oder auch Fahrten zu den Bregenzer Festspielen sind im Angebot der Schifffahrtsgesellschaft Hohentwiel. Besonders gerne wird die Hohentwiel auch privat gechartert. Für das runde Geburtstagsfest, das Firmenjubiläum, den etwas anderen Betriebsausflug, eine wichtige Konferenz oder für den schönsten Tag im Leben – die Trauung an Bord, auf Wunsch durch den Kapitän. Seit dem 15. Jahrhundert befuhren Lastsegelschiffe den See, die Lädinen. Ein Nachbau dieser Schiffe wurde 1999 in Dienst gestellt. Seitdem können viele attraktive Angebote gebucht werden. Heimathafen der Lädine ist Immenstaad.
In diesem Jahr wird die erste Autofähre zwischen Konstanz und Meersburg, komplett restauriert, wieder den Bodensee befahren. Wettbewerb und Historie wird bei der seit dem Jahr 2009 wieder stattfindenden Bodenseewoche miteinander verbunden. Über hundert Segelyachten, nach historischem Vorbild erbaute Schiffe, traditionelle Yachten und moderne Hightech-Racer sowie klassische Motorboote und Dampfboote präsentieren sich im Altstadthafen mitten im Herzen der Konzilstadt Konstanz.

Mobilitätsgeschichte zum Anschauen und Erleben
Ferdinand Graf von Zeppelin und seine silbernen Luftschiffe, Claude Dornier mit der berühmten Do X, Wilhelm Maybach und seine gleichnamigen Luxusautomobile, das Fritz B. Busch-Museum in Wolfegg, das Rolls Royce Museum im österreichischen Dornbirn, oder auch Classic Bodensee, ein Zusammenschluss von Saurer Museum, und der Arbon Classic, Autobau – Autoerlebniswelt sowie das Locorama, die Eisenbahnerlebniswelt im schweizerischen Arbon, das ist Industrie- und Mobilitätsgeschichte vom Bodensee. Mehr als ein Dutzend Museen stellen am Bodensee eindrücklich die Faszination alter Technik unter Beweis. An den Tagen der Experimentellen Archäologie sehen die Gäste des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen, wie ein Steinzeitwagen aus Holz Stück für Stück entsteht – wie vor 6.000 Jahren. Am Anfang steht der Bau der hölzernen Räder auf dem Programm. In Bad Waldsee eröffnet im Sommer das Museum des Wohnmobilherstellers Hymer.

Der Mythos des Fliegens
Das Zeppelin Museum zeigt 2011 eine Ausstellung rund um das Thema Verkehr und Mobilität. Denn in Friedrichshafen sind nicht nur alle Verkehrsmittel – Schiff, Eisenbahn, Automobil, Flugzeug und Zeppelin – historisch und gegenwärtig anzutreffen, von hier gingen auch bedeutende Impulse für die Entwicklung der weltweiten Mobilität aus. Speziell Kinder und Jugendliche können in der Ausstellung Funktion und Technik der verschiedenen Verkehrsmittel erfahren. An Versuchsstationen können physikalische Grundlagen und Technik der verschiedenen Verkehrsmittel erkundet werden. Die Ausstellung wendet sich mit ihrem interaktiven Angebot nicht nur an Kinder und deren Eltern, sie bietet vielmehr jedem experimentierfreudigen Besucher von 2 bis 99 Jahren ein Mobilitätserlebnis der besonderen Art. Parallel dazu sind im technikhistorischen Teil der Ausstellung Innovationen und Entwicklungen anhand von Originalexponaten und Modellen zu besichtigen. Ausgewählte Kunstwerke kommentieren die Technologie der Verkehrsmittel und deren nachhaltige Auswirkungen auf Umwelt und Kultur.
Heute kann der Zeppelin nicht mehr nur im Museum bestaunt werden. Der Rundflug mit einem Zeppelin NT (Neue Technologie) ist zwar ein etwas kostspieliges, aber dafür unvergessliches Erlebnis. In den vergangenen 10 Jahren haben über 100.000 Passagiere den Bodensee von oben aus erleben können. Im Bodensee Magazin 2011 kann man wieder einen Zeppelinflug gewinnen. Im Dornier Museum erwartet die Besucher 100 Jahre Luft- und Raumfahrttechnik anhand der Geschichte Claude Dorniers. Ab Juli 2011 geht es in einer Sonderausstellung um die legendäre Do X, die nach ihrem ersten Transatlantikflug vor 80 Jahren auf den Hudson River in New York landete und dort wahre Begeisterungsstürme auslöste. Die Dornier-DAYS bieten vom 26.–28. August drei Tage rund um das Thema „Fliegende Geschichte(n)“ mit Vorträgen, Sonderführungen, Kinderveranstaltungen, einem fliegenden Gastronomie-Konzept und als Höhepunkt die Veranstaltung eines FLY-INs am Museum mit historischen Dornier-Flugzeugen sowie Freunden der Luftfahrt. Die direkte Lage am Flughafen Friedrichshafen macht die Dornier-DAYS zum absoluten Erlebnis. Höhepunkt wird die Wasserlandung einer Do-24 auf dem Bodensee sein. Die Verbindung zwischen Museum, Flughafen und Uferpromenade erlebt der Besucher mit historischen Reisebussen und Oldtimer-Taxis.

Mehr zum Thema Mobilität finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Bodensee Magazins ab Seite 224, auch direkt hier online zu bestellen. Oder in der Eventbroschüre BodenseeMobil, zu erhalten bei den Tourist-Informationen rund um den See und bei der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH in der Hafenstraße in Konstanz.
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