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Veranstaltungs-Highlight der Woche am Bodensee

Weihnachtsmarkt am See
24.11. - 22.12.2011

Zur Adventszeit laden fast 170 Händler in Hütten zum Bummeln, Staunen, Naschen und Kaufen ein. Das vielfältige Angebot der Kunsthandwerker bietet überaschende und originelle Geschenke fuer alle Lieben. Von der Marktstätte in der historischen Altstadt bis an den Hafen und auf das Weihnachtsmarkt-Schiff ziehen sich die Hütten. Kulinarische Genüsse aus aller Welt, Süssigkeiten und duftender Punsch in geselliger Atmosphäre laden zum Verweilen und Aufwärmen ein.

Täglich 11.00 - 20.00 Uhr
Freitags und Samstags 11.00 - 21.30 Uhr
Imbiss und Glühwein Stände dürfen täglich bis 21.30 Uhr verkaufen 

zu allen Veranstaltungen der Woche

Leseprobe Bodensee Magazin / Rubrik: SeeKultur

Und was machst Du hier?

2010 realisierte der bekannte britische Künstler Antony Gormley sein „Horizon Field“ in den Bergen Vorarlbergs: Über 150 Quadratkilometer groß ist das „Feld“, in dem Gormley 100 lebensgroße Skulpturen in die herrliche Bergwelt platzierte. 

Antony Gormley zählt zu den einflussreichsten und spannendsten Bildhauern unserer Zeit. Im vergangenen Jahr realisierte der für seine Aufsehen erregenden Projekte („One & Other“ 2009) und Skulpturen (Angel of the North 1998) bekannte britische Künstler sein „Horizon Field“ in den Bergen Vorarlbergs in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz. Fünf Jahre dauerten die Vorbereitungen für die bislang größte Landschaftsinstallation in Österreich: Über 150 Quadratkilometer groß ist das „Feld“, in dem Gormley einhundert lebensgroße Skulpturen in die herrliche Bergwelt zwischen Mellau im Bregenzerwald und Lech am Arlberg platzierte. Die Skulpturen sind Abgüsse seines eigenen Körpers aus massivem Gusseisen. 640 Kilo beträgt das Gewicht eines solchen Eisenmannes. Sie alle stehen auf exakt 2.039 Meter über dem Meeresspiegel.

Das Projekt Menschheit
Kunst hat nach Gormleys Definition in seiner ursprünglichsten Form mit dem menschlichen Bedürfnis nach Kontinuität zu tun. Dem Bedürfnis den Ungeborenen ein Vermächtnis zu hinterlassen. Er sieht seine Kunst als einen Versuch, Fragen des menschlichen Überlebens zu stellen. Einen Ort für öffentliche Diskussionen zu gestalten in einer Umgebung, in der Kunst am wirkungsvollsten ist – in der Natur. Der britische Ausnahmekünstler möchte mit seiner monumentalen Installation zum Nachdenken anregen, Raum und Zeit schaffen innezuhalten, zu reflektieren: Wohin führt das „Projekt Menschheit“ – wer sind wir, was tun wir, wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

In einem Vortrag im Bregenzerwald zitierte er Jared Diamonds Buch „Kollaps – warum Gesellschaften überleben oder untergehen“: Was hat sich wohl der Mann auf den Osterinseln gedacht, als er den letzten Baum fällte? – vermutlich tat er einfach nur das, was er von seinen Vorvätern erlernt hatte … Gormley zufolge befinden wir uns heute in gewisser Weise in derselben Situation. In einer Zeit, in der Politik außerhalb der Medien- und Geschäftswelt nicht wiederzuerkennen ist, in einer Zeit, in der die Religion als Moralinstanz ihre Bedeutung verloren hat, sieht der britische Künstler es auch als Aufgabe der Kultur, altgediente Grundüberzeugungen zu hinterfragen und soziale Verantwortung zu übernehmen.  „Wir wissen dass bis zum Jahre 2040 neun Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben werden, und wir wissen, dass die Ressourcen für ungefähr zehn Milliarden reichen. Wir müssen uns ein paar ernsthafte Fragen stellen. Ich denke, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem wir als Spezies gefährlicher für uns selber und die gesamte Biosphäre sind, als irgendeine andere Gewalt“ (Antony Gormley, Au im Dezember 2010).

Antony Gormley
Antony Gormley wurde 1950 als jüngstes von sieben Kindern deutsch-irischer Eltern in Dewsbury Moor, West Yorkshire geboren. Er studierte Archäologie, Anthropologie sowie Kunstgeschichte in Cambridge (1968-1971) und verbrachte anschließend drei Jahre in Indien. Von 1974 bis 1979 schloss er in England sein Kunststudium an verschiedenen Universitäten ab. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Antony Gormley mit dem Bild des Menschen in der Skulptur anhand einer radikalen Untersuchung des Körpers als Ort von Erinnerung und Transformation, und zwar unter Verwendung seines eigenen Körpers als Subjekt, Werkzeug und Material. Ab 1990 hat er seine Auseinandersetzung mit dem Menschsein um die Erforschung des kollektiven Körpers erweitert sowie um die Beziehung zwischen dem Selbst und dem Anderen in groß angelegten Installationen wie etwa Allotment, Another Place, Critical Mass, Domain Field und Inside Australia. Seine Arbeit setzt sich zunehmend mit Energiesystemen, Feldern und Vektoren auseinander und rückt von der Betrachtung von Masse und abgegrenztem Volumen ab, wie etwa Another Singularity, Blind Light, Clearing und Firmament verdeutlichen. Gormleys One & Other, bestand aus 2400 Teilnehmern, die die Regionen Großbritanniens repräsentierten und an über 100 aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Stunde auf einem leeren Sockel inmitten des Londoner Trafalgar Square verbrachten. Antony Gormley erhielt 1994 den Turner Prize, 1999 den South Bank Prize for Visual Art und wurde 1997 mit dem Order of the British Empire (OBE) ausgezeichnet. Im Jahr 2007 erhielt er den Bernhard-Heiliger-Preis für Skulptur. Er ist Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects, des Trinity College, Cambridge, und des Jesus College, Cambridge, und ist seit 2003 Mitglied der Royal Academy of Arts.

Wer mehr über Horizon Field und den Künstler erfahren möchte findet Infos unter

www.antonygormley.com
www.kunsthaus-bregenz.at
www.vorarlberg.travel/horizonfield
oder www.youtube.com

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