Leseprobe Bodensee Magazin / Rubrik: SeeKultur

Tatort Bodensee

„Wofür es sich zu leben lohnt“ – der letzte Fall für Klara Blum und Kai Perlmann. Nach 15 bzw. 13 Tatortjahren und 31 abgedrehten Tatort-Bodensee-Folgen hat das Team vom Bodensee Magazin Eva Mattes alias Klara Blum und Sebastian Bezzel alias Kai Perlmann an einem Drehtag begleitet und als Tat(ort)zeugen befragt.

Bodensee Magazin: Nach 15 bzw. 13 Jahren beim Tatort – wie schwer fällt der Abschied? Was ist es für ein Gefühl, wenn mit dem letzten Dreh der Tatort Bodensee zu Ende geht?

Eva Mattes: Wenn ich hier in Konstanz durch die Straßen gehe und mir selbst sage, dass es vielleicht das letzte Mal sein wird, könnte ich sentimental werden. Aber ich bin im Grunde kein sentimentaler Mensch. Ich versuche tatsächlich in der Gegenwart zu leben. Am Freitag ist hier unser letzter Drehtag, dann das Abschlussfest und direkt im Anschluss fliege ich nach Berlin. Dort geht es gleich am Montag weiter mit Proben für das Theater. Dann ist der Tatort schon wieder ein ganzes Stück weg. Das heißt allerdings nicht, dass ich die Menschen nicht mitnehme, mit denen ich lange Jahre zusammengearbeitet habe. Die Freundschaft mit Sebastian wird bestehen bleiben und auch zu vielen anderen im Team. Aber der Bodensee-Tatort ist zu Ende und das ist gut so für mich.

BM: Und für Sie Herr Bezzel? Stellt sich ein kleines bisschen Wehmut ein?

Sebastian Bezzel: Ich sehe das ähnlich pragmatisch. Es geht schnell weiter. Wenn ich nach unserem Abschlussfest am Samstag nach Hause komme, warten da zwei Kinder ungeduldig auf mich und spätestens Sonntag früh ist die Welt schon wieder eine ganz andere. Jetzt steht das neue Jahr vor der Tür und damit die nächsten Projekte. Es ist also ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 13 Jahre sind eine lange Zeit und man kann es durchaus als Erfolg für sich verbuchen, dass man da so lange dabei war und auch dabei sein durfte. Es war eine schöne Zeit. Ich freue mich aber auch tierisch, dass jetzt neue Sachen auf mich zukommen.

BM: Klara Blum hatte lange Jahre ihren „Arbeitsplatz“ hier in Konstanz. Konnten Sie eine Beziehung zu der Stadt aufbauen?

Eva Mattes: Vor allem habe ich eine Beziehung zum See entwickelt. Bei jedem Tatort-Dreh habe ich im Inselhotel gewohnt, immer im gleichen Zimmer. Und jedes Mal, wenn ich in dieses Zimmer kam, hatte ich beinahe dasGefühl, als würde ich direkt in den See gehen. Schon beim Eintreten hatte ich den Blick aufs Wasser. Und diese wunderbare Aussicht gab mir jedes Mal das Gefühl: „Ah, das ist mein See!“. Von Anfang an war mir klar, ich brauche einen Platz direkt am See, damit ich mich in diese Region und in die Figur einleben kann. Ein Leben hier stelle ich mir als sehr eng verknüpft mit dem See vor. Er hat so viele Gesichter. Vor zwei Tagen beispielsweise war es sehr, sehr neblig. Als ich am Morgen die Vorhänge aufzog, dachte ich nur: „Was ist das denn?“. Es war nichts zu sehen, als eine weiße Wand, weder Himmel noch See. An diesem Tag hatten wir einen Dreh auf der Reichenau. Man sah die Hand vor Augen nicht und konnte kaum sagen, wo man eigentlich gerade war. In solchen Momenten denke ich mir: „Ok, das gehört auch dazu.“ Im Sommer dann das krasse Gegenteil: Weitblicke in die manchmal noch schneebedeckten Berge und der in allen Farben glitzernde See. Manchmal glitzert er silbern. Immer aber unterschiedlich, mal ist er dunkel, mal hell. Je nachdem, wie die Wolken am Himmel sind. Man empfindet eine große Weite. Das gefällt mir besonders gut.

BM: Sie waren als Tatortkommissarin ja auch immer Image-Trägerin für die Region. Hat es Sie manchmal gestört, dass Sie stellvertretend für den Bodensee gesehen wurden?

Eva Mattes: Nein, ganz und gar nicht. Das gehört ja auch dazu. Die Menschen, die hier leben haben sich eher gefreut und haben uns begrüßt mit einem freundlichen „Hallo“ oder auch „Ach, schön, drehen Sie wieder?“. Da gab immer eine positive Wahrnehmung und Rückmeldung.

Sebastian Bezzel: Es ist durchaus sehr schön, wenn man in einer Gegend arbeitet, die noch nicht so sehr „abgefrühstückt“ ist vom Drehen. Bei Dreharbeiten in Berlin oder München wird man schon mal angepöbelt mit Ausrufen wie: „Ach, jetzt drehen Sie schon wieder hier?“. Das ist das ganz Besondere an dieser Region, sie ist ganz natürlich und unverbraucht. Und besonders der See ist wirklich wahnsinnig schön. Im Lauf der Zeit kristallisieren sich dann auch Lieblingsstellen heraus.


[...] Lesen Sie das ganze Interview im Bodensee Magazin 2016.

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