Leseprobe Rubrik: Grußwort

Hortense de Beauharnais

SD Nicolaus Herzog von Leuchtenberg Chef des Hauses Leuchtenberg de Beauharnais

Als ich gebeten wurde, ein Grusswort für die vorliegende Publikation über meine geschätzte „tante Hortense“ zu verfassen, dachte ich als erstes an Arenenberg, ihr verträumtes Schloss hoch über den Gestaden des Bodensees. Die dortigen Zimmer und Salons strahlen noch heute den Charme ihrer ehemaligen Bewohnerin aus. Nirgends sonst auf der Welt kommt man ihrer Persönlichkeit näher. Nicht umsonst spürt man dort aber auch ein Stück der stillen Wehmut, die sie umgab. Trotz aller Schönheit empfand die einst lebenslustige junge Frau eine tiefe Trauer darüber, dass sie nach der berühmten Schlacht von Waterloo ihre geliebte Heimat Frankreich hatte verlassen müssen. Bis zu ihrem Tod blieb es ihr versagt, sich dort wieder niederlassen zu dürfen. Deshalb schuf sie auf Arenenberg eine geradezu zauberhafte Insel französischer Kultur. Niemand hinderte sie daran aus deren Park, so oft sie wollte wenigstens imaginär nach Paris zu schauen.

Comtesse de Beauharnais, Madame Bonaparte, Reine Hortense, Première Dame de France und schließlich Duchesse de St. Leu lauten nur einige Titel, die sie im Laufe ihres schicksalhaften Lebens trug. Sie stehen stellvertretend für eine Biografie, wie sie bewegender nicht sein könnte. Dass anlässlich ihres 175. Todestages nun endlich wieder eine anschauliche Beschreibung des Lebens meiner Tante auf Deutsch, Französisch und Englisch vorliegt, scheint mir mehr als angemessen.

Gerne gratuliere ich den beiden Autoren, Christina Egli und Dominik Gügel (Direktion des Napoleonmuseums Thurgau), sowie Katharina Schlude und Helga Stützenberger vom Konstanzer Verlag Labhard Medien zu diesem Werk und wünsche dem Oeuvre alles Gute.

Leseprobe Rubrik: Prinzessin

Aufstieg zur Prinzessin

Hortense wurde zum ersten Mal schwanger. Währenddessen verbrachte sie die meiste Zeit bei ihrer Mutter oder mit ihren Freundinnen, die sie im Institut von Madame Campan kennen gelernt hatte.

Napoleon Bonaparte war inzwischen zum Konsul auf Lebzeit ernannt worden. Am 10. Oktober 1802 kam Napoléon Louis Charles, der ersehnte Stammhalter, auf die Welt. er wurde ihr ein und Alles, Hortense liebte ihren Sohn abgöttisch, lebte aber gleichzeitig in der ständigen Angst vor ihrem Mann. Louis konnte und wollte nicht akzeptieren, dass sie zu anderen Menschen freundlich war. Er fand es grässlich, dass sie auf andere Zeitgenossen aufmerksam wurde und der einen oder anderen Person helfen konnte. er mochte es nicht, dass sie im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit stehen konnte. All dies empfand Louis als abwertend für seine eigene Person.

Am 18. Mai 1804 wurde der erste Konsul Napoleon Bonaparte per senatus-Konsult zum Kaiser der Franzosen ernannt. er erhielt den Titel „Napoleon I.“ Das Plebiszit vom 6. November bestätigte diese Ernennung. Am 2. Dezember krönte er sich und Joséphine in der Kathedrale von Notre-Dame in Paris. hatte nicht eine Wahrsagerin auf Martinique der kleinen Rose einst prophezeit, dass sie „mehr als eine Königin“ werden würde? Und was sollte nun aus Hortense werden?

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